Versteckte Kamera

OT: Skriena kamera, 234 Seiten, Skopje 2004

Wer in die Fremde geht, wird sich selbst und anderen fremd. Diesem Zustand spürt Lidija Dimkovskas "autofiktiver" Roman nach. In seinem Mittelpunkt stehen die mazedonische Autorin Lila, die albanische Fotografin Edlira und der pakistanische Musiker Joseph, die als Stipendiaten einer österreichischen Kulturstiftung in der Fremde zusammentreffen. Nach anfänglichen Missverständnissen entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine enge Freundschaft, zwischen Edlira und Joseph sogar eine Liebesbeziehung. Allerdings hat Edlira Hepatitis, und ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. Kurz vor Ende der gemeinsamen Zeit in Wien stirbt sie, und Joseph beschließt nach Pakistan zurückzukehren.
Die Ereignisse werden aus der Sicht einer versteckten Kamera erzählt, die Lila seit ihrer frühesten Kindheit in ihrem großen Zeh trägt. Ergänzt wird diese Erzählung durch Lilas Tagebucheinträge, die während des Stipendienaufenthalts entstehen, und durch zahlreiche Anekdoten, die Lilas Leben magisch-nostalgisch spiegeln: ihre Kindheit in Mazedonien, Studienzeit in Rumänien, wo sie ihren Mann kennenlernt, die Überseidelung in dessen slowenische Heimat, Reisen in die USA, nach Taiwan und Schweden.
Aus verschiedenen Perspektiven kreist der Roman scharfsinnig und hintergründig um die Frage nach Fremdsein und Heimat, nach Identität und beobachtet mit erfrischender (Selbst-)Ironie die Situationen und Verstrickungen ihrer Protagonisten im modernen Nomadentum.

für Autoren English

 

mazedonische Ausgabe
slowakische Ausgabe

 

bulgarische Ausgabe, Balkani 93, 2010
polnische Ausgabe, WIP 2010
slowenische Ausgabe