|
Aleksandar Gatalica
Die Unsichtbaren
OT: Nevidljivi, 310 Seiten, Zavod za uđbenike, Belgrad 2008. Weltrechte verfügbar
Chagall, Derain, Picasso und Dali, sie alle wurden quasi über Nacht zu Stars im Paris der 20er Jahre. Ihre Popularität war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konspirativen Strategie, so erklärt es Dr. Dimitrije Gerasimović, der um die Jahrhundertwende als brotloser emigrierter Psychologe in Paris von einer Schweizer Gesellschaft als Kunstagent rekrutiert wurde. Sein Auftrag bestand darin, Marc Chagall mit allen Mitteln zu Ruhm zu verhelfen, bis die Öffentlichkeit seine Bedeutung nicht mehr würde leugnen können. Ein ganzes Netz solcher Agenten war im Einsatz und scheute dabei weder Manipulation noch Betrug. Welchen Künstlern eine herausragende Bedeutung zugesprochen und welche der Vergessenheit überlassen wurden, entschieden allein die Auftraggeber.
Gerasimović gelangte auf abenteuerlichen Wegen von Paris nach London, Moskau, Warschau und Buenos Aires. Er erlebte die beiden Weltkriege, die Umbrüche einer bewegten Epoche. Am Ende kehrte er zurück nach Serbien, von wo aus er 1953 mit seinem Sohn per Korrespondenz eine letzte Partie Schach spielt, während der er Zug um Zug seine Geschichte der modernen Malerei enthüllt.
|